Reutlinger Schulen und Bildungseinrichtungen im 19. Jahrhundert. Ein Beitrag zum städtischen Urbanisierungsprozess
Referent: Dr. Wilhelm Borth, Reutlingen
Die Industrialisierung und Urbanisierung während des 19. Jahrhunderts stellen die historische Grundlage für das heutige Reutlingen und seines Selbstbewusstseins einer dynamischen Großstadt dar. Dabei spielt die Entstehung eines differenzierten Schulwesens mit seinen renommierten Bildungsinstitutionen eine nicht unerhebliche Rolle. Er vollzieht sich auch in Reutlingen vor einem veränderten Bildungsbegriff, der im Spannungsfeld zwischen humanistischer, realistischer und berufsorientierter Bildung und deren Institutionalisierung steht. Diese Entwicklung hat Reutlingen auch den Ruf einer „Schulstadt“ eingebracht. Sie ist eng verbunden mit der Entstehung eines verfeinerten städtischen Lebensstils und gehobener kultureller Bedürfnissen sowie einem neuen Stadtbild. Diesen Vorgängen möchte der Vortrag nachgehen.
Der Referent war Leiter des Isolde-Kurz-Gymnasiums und viele Jahre Vorsitzender des Reutlinger Geschichtsvereins. Durch eine Vielzahl von Publikationen zur Stadtgeschichte ist er als Kenner gerade der jüngeren Geschichte der Stadt ausgewiesen.
